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These

Kein europäisches Großinstitut wird bis 2030 einen vollständigen, praktisch erprobten Exit von seinem primären Hyperscaler nachweisen können, trotz Data Act und DORA.

Zeithorizont
mittelfristig
Konfidenz
mittel
Stand
13.07.2026

Der regulatorische Druck zielt auf Austauschbarkeit: DORA verlangt Exit-Szenarien, der Data Act schafft ab 2027 Wechselrechte und streicht die Wechselentgelte. Beides adressiert ökonomische und vertragliche Hürden.

Die eigentliche Hürde ist aber architektonisch. Kern-Workloads sind über Jahre in proprietäre, tief integrierte Dienste eines Anbieters hineingewachsen, in Datenbanken, Identity, Messaging und KI-Dienste. Ein Wechsel ist deshalb kein Umzug, sondern ein Umbau. Und Umbauten am laufenden, regulierten Kernbetrieb macht niemand ohne Not.

Meine Erwartung: Die Institute werden Exit-Fähigkeit dokumentieren, ohne sie je real zu erproben, weil die Erprobung selbst das größere operationelle Risiko wäre. Das Oversight macht diese Lücke sichtbar, schließt sie aber nicht.

Ich bin hier nur mittel-konfident. Ein einziges gut kommuniziertes Gegenbeispiel, etwa ein souveräner Ableger, welcher Portabilität zum Verkaufsargument macht, könnte das Bild kippen.

Was mich vom Gegenteil überzeugen würde

Wenn bis 2030 mindestens ein systemrelevantes europäisches Institut einen realen, nicht nur auf dem Papier geplanten Wechsel eines produktiven Kern-Workloads zwischen Hyperscalern oder zurück ins eigene Rechenzentrum ohne wesentliche Betriebsunterbrechung dokumentiert, wäre diese These widerlegt.

Faktenbasis